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REALITY ZINE
OPENING 2th October 2020 18 h

On October 2nd-4th, 2020 Kinnat Sóley and Sophie C. Polheim will present the first issue of Reality Zine @nyg|west during LindeNow Festival 2020. The exhibition will be open until December. Reality Zine deals with Leipzig’s underground music scene and will feature a tape. 

Ausstellung Excl. – Julius C Schreiner aufgrund der Covid19 Pandemie auf Juli verschoben

Die Ausstellung Excl. des Leipziger Künstlers Julius C Schreiner wurde aufgrund der Covid 19 Pandemie von Mai auf Juli verschoben. Die Ausstellung wird vom 17. Juli-31.Juli 2020 stattfinden und findet unter besonderen Hygieneauflagen statt.

Die Werkgruppe „Excl.“ visualisiert gestalterische Eingriffe im urbanen, vermeintlich öffentlichen Raum. Sie zeigen sich in Form von produkt- gestalterischen oder architektonischen Interventionen, die subversiv disziplinieren, kontrollieren oder ausgrenzen sollen. Der Entwicklung zu Grunde liegen sich verschärfende gesellschaftliche und ökonomische Verteilungsfragen, die Julius Schreiner durch die fotografische Interpretation einer Industrie in den Fokus rückt. 
Der globale Trend zur Urbanisierung geht ungebremst weiter. Im Jahr 2008 lebten weltweit erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Parallel dazu hat sich eine neue Architektur der Disziplinierung und der sozialen Exklusion entwickelt, die wesentlich von privaten Akteuren gestaltet wird und sich damit der demokratischen Einflussnahme entzieht. Der renommierte Architekt Patrik Schumacher stellte auf dem World Architecture Festival 2006 in Berlin erstmals sein Acht-Punkte-Manifest vor. In diesem fordert er die Abschaffung aller staatlichen Regularien im Hinblick auf subventionierten Wohnungsbau, Flächennutzung und Mietregulierung. Er schließt sein Manifest mit der Forderung: „Privatisierung aller Straßen, Plätze, öffentlichen Räume und Parks, wenn möglich ganzer Stadtteile“. In der Ausstellung „Excl.“ werden solche architektonischen Orte dieses „schönen neuen Wohnens und Arbeitens“ in der „verwalteten Welt“ fotografisch interpretiert. Die Arbeiten entstanden in den Stadtzentren von London, Paris, New York, Berlin, Hamburg und Leipzig und stellen diese in ihrer Uniformität dar. Wir sehen anonyme, abgeschottete Wohn-und Arbeitsstätten, die eine moderne, sterile und sichere Umgebung darstellen sollen. Um dieses Versprechen einzulösen, wird eine permanente Überwachung etabliert und alles Störende, so weit wie möglich ferngehalten. Kein Laternenpfahl, keine Pflanze wird um ihrer selbst willen entworfen, die Architektur und der dazugehörige urbane Raum werden vorwiegend nach Sicherheits- und Ausgrenzungsaspekten gestaltet. Im „Wettbewerb der Städte“ sollen saubere, vermeintlich sichere Konsumumgebungen geschaffen werden, die sich nur in ihren Ausführungen und aufgrund lokaler Gegebenheiten, sprich in ihrer „Erscheinung“ nicht aber in ihrem „Wesen“ unterscheiden. Insgesamt lässt sich beobachten, dass marginalisierte und sozial ausgegrenzte Gruppen, welche über geringes wirtschaftliches sowie kulturelles Kapital verfügen, von den Maßnahmen der Ausgrenzung am stärksten betroffen sind. Während die – von Kritikern als „unpleasant design“ oder „hostile architecture“ bezeichneten – Entwicklungen des öffentlichen Raums langfristig alle Bürger benachteiligen werden.